Historisch-interkulturelle Begegnungen

In der Einwanderungsgesellschaft sind vielfältige Geschichten präsent, die häufig von Gewalt zeugen. Menschen armenischer, griechischer, kurdischer, türkischer Herkunft, Aleviten, Sunniten, Christen oder Juden haben manchmal gemeinsame, oftmals aber ganz unterschiedliche Sichtweisen auf historische Gewalterfahrungen.

Ziel der historisch-interkulturellen Begegnungen, die wir jedes Jahr mit Angehörigen unterschiedlicher Einwanderungsgemeinschaften organisieren, ist es, diese Beziehungsgeschichten zu thematisieren. Wir wollen die Gesprächsbereitschaft und das Verständnis füreinander fördern, indem wir den Sichtweisen und Lebensgeschichten der TeilnehmerInnen Raum geben.

Programm

Ein sechstägiges Programm, das in Berlin stattfindet, beinhaltet daher einen eintägigen biografischen Workshop, bei dem die Teilnehmer_innen sich gegenseitig von sich selbst und von ihren Familien berichten. Die Geschichten der armenischen, griechischen, kurdischen oder türkischen Einwanderungsgemeinschaften und die historischen und politisch-aktuellen Konflikte dieser Gemeinschaften werden in Vorträgen, Diskussionen, Stadtrundgängen, Ausstellungs- und Gedenkstättenbesuchen vermittelt. Hier geht es zum Programm 2011.

Und Deutschland?

Ethnisierte Konflikte verstehen wir dabei nicht als „deren“ Konfliktgeschichten, auf die Herkunftsdeutsche nur einen interessierten Blick werfen. Wir setzen die Geschichten in Bezug zur Geschichte Deutschlands im 19., 20. und 21. Jahrhundert: Warum wurde die osmanische Armee im Ersten Weltkrieg maßgeblich von Deutschen geführt? Warum war ein Hauptverantwortlicher des Armeniergenozids in Deutschland im Exil? Warum haben das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück und das Konzentrationslager Dachau als Gedenkstätten für Griechen eine besondere Bedeutung? Welche Bedeutung haben die Konfliktgeschichten heute für alle, die in der Einwanderungsgesellschaft miteinander leben?

Das Begegnungsprogramm 2011

Vom 22.-27. Oktober 2011 lädt ASF gemeinsam mit den Projektpartnern von der Griechischen Gemeinde Köln und der Deutsch-Armenischen Gesellschaft erneut zu einer historisch-interkulturelle Begegnung in Berlin. Der im Dezember 2010 aus türkischer Haft entlassene Projektpartner Dogan Akhanli hat die Fahrt wieder mit vorbereitet.

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